Die Rechtslage bei Let’s Play-Videos (Einführung)

Let’s Play-Videos erfreuen sich großer und zunehmender Beliebtheit. Videoplattformen wie zum Beispiel YouTube sind voll von Videos, in denen Fans von Computer- oder Videospielen das Spielgeschehen zeigen und dieses kommentieren. Tatsächlich gibt es sogar Plattformen (wie zu Beispiel Twitch), die sich nahezu ausschließlich auf das Streaming von Videospiel-Inhalten spezialisiert haben. Mittlerweile haben auch einige Gamer eine gewisse Bekanntheit erlangt, indem sie regelmäßig – manche sogar täglich – neue Inhalte hochladen und anderen Gaming-Fans zur Verfügung stellen.

Die Rechtsfragen rund um Let’s Plays sind dabei durchaus umfangreich und betreffen nicht nur das Urheberrecht. Je nach gezeigtem Spiel können auch Fragen des Jugendschutzes aufgeworfen sein, daneben kann – gerade wenn das Let’s Play in erster Linie der Werbung dient – das Wettbewerbsrecht betroffen sein. Kürzlich wurde sogar im Falle eines besonderes bekannten Let’s Players die Frage aufgeworfen, ob für das Streaming von Spieleinhalten eine Rundfunklizenz notwendig ist.

Let’s Play-Videos und das Urheberrecht

Computer- und Videospiele sind urheberrechtlich geschützt, so dass derjenige, der Szenen aus einem Spiel filmt und veröffentlicht, hierfür grundsätzlich die Einwilligung des jeweiligen Rechteinhabers benötigt. Liegt eine solche nicht vor, so verletzen Let’s Play-Videos tatsächlich das Urheberrecht.

Wichtig ist dabei: es kommt nicht darauf an, dass der Spieler das Spielgeschehen beeinflusst, ebenso ist erst einmal nicht ausschlaggebend, dass der Let’s Player möglicherweise selbst ein urheberrechtlich geschütztes Filmwerk anfertigt. Denn Grundlage des Videos ist und bleibt das gezeigte – urheberrechtlich geschützte – Spiel.

Anders als in den USA (hier kann die Veröffentlichung nach dem „fair use“-Prinzip zulässig sein) gibt es in Deutschland keine ausdrückliche gesetzliche Regelung, nach der von einer Einwilligung der Spielehersteller abgesehen werden könnte.

Allerdings haben viele Rechteinhaber – teilweise unter bestimmten Einschränkungen wie z.B. der, dass die Veröffentlichung nicht-kommerziell sein muss – in den jeweiligen Nutzungsbedingungen derartige Einwilligungen erteilt. Schließlich haben Let’s Play-Videos unter Umständen einen positiven Werbeeffekt. Einige Unternehmen erlauben sogar die Monetarisierung von Let’s Play-Videos mit Werbung, z.B. Microsoft oder Nintendo – wobei das letztgenannte Unternehmen dann eine Umsatzbeteiligung verlangt.

Ein Grund für dieses Vorgehen der Rechteinhaber dürfte auch sein, dass gerade die neuere Technik von Computern oder Spielekonsolen das Streaming des eigenen Spielgeschehens deutlich erleichtert hat. So bieten neuere Konsolen oft Funktionen an, mit denen Spielinhalte sehr einfach auf die bekannten Plattformen gestellt werden können – ein Umstand, der in den letzten Jahren sicherlich dazu geführt hat, dass die Praxis und die Rechtslage sich ein wenig voneinander entfernt haben.

Wer beabsichtigt, Let’s Play-Videos zu veröffentlichen, sollte daher in jedem Fall einen Blick in die jeweiligen Nutzungsbedingungen des Spieletitels werfen – oder im Zweifelsfall, um sicher zu gehen, den Rechteinhaber direkt kontaktieren.