Der urheberrechtliche Schutz von Computerspielen

Für die meisten Spieler steht bei Computerspielen verständlicherweise der Spaß am Spiel im Vordergrund. Gerade in den letzten Jahren zeigt sich aber, dass der urheberrechtliche Schutz von Spielen im Alltag immer weiter an Bedeutung gewinnt. Wer beispielsweise ein Computerspiel in einer Tauschbörse herunterlädt, muss mit einer Abmahnung wegen einer Urheberrechtsverletzung rechnen. Aber auch Anbieter von „Let’s Play“-Videos sollten um die Grundzüge des Urheberrechtsschutzes von Computerspielen wissen.

Die Besonderheit an Computerspielen ist, dass diese sich in verschiedene Teile aufgliedern lassen, z.B. Spielidee, Spielgestaltung oder der Darstellung in Bild und Ton.

Hierbei gilt zunächst einmal, dass die Spielidee als solche grundsätzlich keinen urheberrechtlichen Schutz genießt. Gleich ob es sich um ein Rennspiel, Jump’n Run, Prügelspiel oder einen Ego-Shooter handelt: all diese grundsätzlichen Spielideen sind nicht geschützt. Anders sieht das natürlich für die Umsetzung der Spielidee in ihrer konkreten Ausgestaltung aus: eine komplexe Programmierung gewährt dem jeweiligen Schöpfer selbstverständlich Rechte an seinem Werk.

Betrachtet man Computerspiele in ihrer Gesamtheit, so sind sie im Regelfall als Filmwerke geschützt. Gerade moderne Computerspiele stellen sich als interaktive Filmwerke dar, in denen der Spieler anhand eines vom Urheber vorgegebenen Rahmens die Spielzüge tätigt – und weil der Urheber diesen Rahmen vorgibt, ist auch er derjenige, der künstlerisch tätig geworden ist, nicht der Spieler, der die Spielzüge nur noch umsetzt.

Auch die Einzelbilder eines Computerspiels können urheberrechtlicher geschützt sein, namentlich als Werke der bildenden Kunst im Sinne von § 2 Abs. 1 Nr. 4 UrhG. Geschützt sind auch die Figuren, die in einem Computerspiel vorkommen, oder die Musik. Die dem Computerspiel zugrunde liegende Software ist nach § 69a UrhG geschützt.