Grundsätze der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) aktualisiert

In Deutschland wird die Alterskennzeichnung für Computer- und Videospiele durch die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) vorgenommen. Träger der USK ist die Freiwillige Selbstkontrolle Unterhaltungssoftware GmbH in Berlin, die in einem umfangreichen Prüfungsverfahren jedes Jahr eine Vielzahl an Spielen prüfen muss.

Der genaue Ablauf des Verfahrens ist im Jugendschutzgesetz kaum ersichtlich, vielmehr richtet sich das Verfahren nach den USK-Grundsätzen.

Eine aktuelle Fassung (gültig ab dem 01.01.2017) dieser Grundsätze hat die USK auf ihrer Internetseite veröffentlicht: Grundsätze der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK)

„Killing Floor 2“ erhält nach Appellationsverfahren „keine Jugendfreigabe“

Das Computer- bzw. Videospiel „Killing Floor 2“ hat nach einem umfangreichen Prüfungsverfahren durch alle drei Instanzen der USK nunmehr die Altersfreigabe „keine Jugendfreigabe“ erhalten und kann mithin ungeschnitten auch in Deutschland erscheinen, ohne dass eine Indizierung folgen kann.

Der genaue Ablauf des Prüfungsverfahrens wird vor allem durch die Grundsätze der USK vorgegeben. Hiernach sind im Ergebnis bis zu 3 Instanzen möglich: kommt das Prüfungsgremium an Ende des Prüfungsverfahrens zu einem Ergebnis, so kann hiergegen sowohl durch den Antragssteller – also denjenigen, der das Spiel zur Prüfung vorgelegt hat – wie auch durch die oberste Landesjugendbehörde Berufung eingelegt werden. Gegen die Berufungsentscheidung ist sodann noch die Appellation möglich – im Fall von „Killing Floor 2“ war dies tatsächlich erst das zweite Mal, dass alle Instanzen vollständig durchlaufen wurden.

Im Fall von „Killing Floor 2“ war dem Spiel nach der erstmaligen Prüfung im September 2016 die Alterskennzeichnung noch verweigert worden. Auf die Berufung durch den Spielepublisher hin wurde das Spiel sodann mit der Altersfreigabe „keine Jugendfreigabe“ versehen. Hiergegen legte das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport aus Brandenburg Appellation bei der USK ein – im Ergebnis blieb diese allerdings erfolglos.

Bei der Entscheidung spielte vor allem eine Rolle, dass das Spiel sich vor allem auf die Teamplay-Komponente im Multiplayer-Modus fokussiere. Auch würden sich die Gewaltdarstellungen innerhalb der genretypischen Grenzen halten, wobei vorliegend vor allem entscheidend war, dass die Menschenähnlichkeit der gegnerischen Spielfiguren nicht gegeben sei. Denn diese seien zwar detailliert dargestellt, allerdings käme es eben nicht allein auf die äußere Form, sondern auch die dargestellten Verhaltensweisen an.